2035 ist es zu spät für eine Entscheidung (2)


Schon mehrmals ist den Menschen sämtliches Vertrauen verloren gegangen. Beim letzten Vorfall wurden über Jahre verweste Kadaver in Suppen für Schulen, Kliniken und Regierungs-Kantinen verarbeitet. Wie heute in 2035 hat es den Leuten geschmeckt, man vertraute den Lieferanten und der Preis war auch OK. Das war aber nichts gegen die unglaubliche Geschichte, die sich über Jahre hinweg immer weiter aufbaute.

Warum hat das niemand bemerkt? Die Kontrollen haben versagt und mal wieder schieben sich die Verantwortlichen den Schwarzen Peter gegenseitig zu. Eins war sicher: Niemand wird zurück treten und die Medien spielen wieder alles herunter.

Super-Gau der Nahrungs-Industrie. Ein Bestattungs-Unternehmer und ein bekannter Fleisch- und Wurstproduzent wurden von einer versteckten Kamera gefilmt, als sie einen Vertrag über Körperteile von Toten aushandelten. Der Bestatter war damals sehr verzweifelt, die Gestorbenen stapelten sich in seinen Kühlräumen und er sah keinen anderen Ausweg.

Mittlerweile musste er sich immer öfter in Kühlräumen der Schlachthöfe einmieten und lernte dort einen Wurstwaren-Produzenten kennen. Das Ergebnis war bekannt und schrecklich: Leichenteile vom Menschen in Wurst-und Fleischwaren! Diese Aussage erschütterte jeden noch so erfahrenen Ermittler. Vor Gericht nahmen sie das Urteil emotionslos entgegen, jedoch blieb die Frage nach den Verbleib von 47 Leichen aus den letzten 3 Jahren unbeantwortet.

Totgeglaubte leben in uns weiter

Aber was hat die Menschen so empört und wo war das Problem? Alle haben es geahnt, aber wie so oft, ist jegliches Nachfragen ein Zeichen von falscher politischer Gesinnung und führt zum sofortigen Ausschluss aus allen Vereinen und Talkshows. Glücklicherweise wurden die Aufnahmen der versteckten Kamera der Staatsanwaltschaft von Baden-Württemberg anonym zugestellt. Seit Jahren verarbeiteten die drei verbliebenen Fleischproduzenten insgesamt 4663 Leichen in ihre Produkte.

Sie beteuerten, dass es gesundheitlich unbedenklich ist für den Menschen, sie haben diese Produkte auch verzehrt. Bei den Toten handelte es sich ausschliesslich um Obdachlose und alleinstehende Menschen, um die sich sowieso niemand kümmerte und bei denen das Geld für die Beerdigung fehlte.

Abgestumpft an der Fleischtheke auch in 2035

Das blanke Entsetzen machte sich unter den Menschen breit, aber verzichten wollten sie auch nicht. Und doch lebten die Menschen schon vorher mehr und mehr Vegan, es reichte aber immer noch nicht. „Mein Kind soll gross und stark werden“, ausreden dieser Art hörte man in dieser Zeit immer noch an jeder Fleischtheke. Keiner wollte zugeben, dass er eine Stufe der Abstumpfung erreicht hat und sicherlich nicht verzichten wird in der Zukunft. Die Gerichte taten sich schwer mit der Formulierung einer Anklageschrift über Menschenfleisch-Würstchen im Eigendarm.

Der neue Grill auf der Terrasse nur für Gemüse? Nein, nein, nein. Niemals! Der war so teuer und wir gönnen uns ja sonst nichts. Ich vertraue den Experten! Sie haben es ja abgestellt, die paar Leichenteile im Essen kann uns sowieso nichts anhaben, wir braten ja alles immer schön durch. Uns würde es nie passieren Menschen zu essen, den Unterschied erkennen wir sofort. Kneift es dann im Magen, macht die Pumpe (Herz) nicht mehr so mit und bietet der Spezialist schon zum dritten mal eine neue Hüfte oder Knie an, dann ist ja noch der Schrank voll guter Medizin da. Medizin kann so beruhigend sein.


„Viel hilft viel“, das sagte doch erst kürzlich die Trainerin der Nationalmannschaft und darauf kann man sich hundert prozentig verlassen. Langsam, aber stetig sank die Zahl der Liebhaber sämtlicher Tierprodukte. Diese Entwicklung war nicht mehr aufzuhalten und die Stimmung im Lande wechselte ins Positive. Die Empfehlung der Pharmaindustrie zu einer Tagesration an Medizin brachte das Fass schon einmal zum Überlaufen.

Ohne Krankenhausreform wäre es schlimmer

Glücklicherweise wurde die Krankenhausreform im Jahre 2025 abgeschlossen, es war damals ein grosser Einschnitt für alle Patienten. Ausschlaggebend für die Reform waren die gestiegenen Kosten im Sicherheitsbereich. Raubte man im Jahre 2021 noch Banken aus, waren es ab 2022 vermehrt Krankenhäuser und Apotheken. Grosse Versandhändler und Produzenten blieben auch nicht verschont, sie bauten mittlerweile richtige Festungen um die Lagerhäuser.
Vor der Reform war das Lager ein Hochsicherheitstrakt, auf den Türmen standen Scharfschützen.

Gepanzerte Geldtransporter verliessen in Kolonne die geschützten Aus-und Einfahrten getarnt als Leichen-, Imbiss- oder auch bunt beklebter Eiswagen. Die Lage wurde unübersichtlicher, man konnte sich in dieser Zeit nicht mehr auf die Verfügbarkeit verlassen. Das störte die Menschen genauso wenig, wie die gestiegenen Preise, sagten die Medien.

Von Kugeln durchsiebte Lieferwagen

Die vormals genutzten Lieferwagen standen aufgereiht auf dem Hof und waren quasi Schrott, sie wurden von Kugeln durchsiebt, hatten zerschlagene Scheiben und aufgesprengte Türen. Noch konnte man die Kosten auf die Verbraucher weitergeben, die Frage war aber: Wie lange halten die Apotheken und Krankenhäuser diese Unsicherheit und Belastung aus? So konnte es nicht weitergehen!

Pharma-Unternehmen produzierten sowieso schon im Accord, das Volk hatte angeordnete Schmerzen. Um den erreichten Plansoll zu den Menschen zu bringen, dachten sich immer bessere Lieferwege aus. Gerne nahm man ausgebildete Kämpfer aus den Elitetruppen internationaler Armeen als Schutz für die beladenen LKWs. Mad Max lässt grüssen. Hoffnung machte ein Lichtblick im Jahre 2023: Das Gesetz zur Eindämmung der Überfälle schaffte es das erste mal auf die Tagesordnung der EU. Zu früh gefreut! Einige Länder profitierten von diesen Machenschaften und lehnten alles rigoros ab.

Ärzte und Einkäufer auf dem Schwarzmarkt

Auf dem Schwarzmarkt kauften mittlerweile zugelassene Ärzte ein, auch Einkäufer von Krankenhäusern waren gern gesehene Stammkunden, jeder konnte sich auf seinen zuverlässigen Lieferanten verlassen. Auf dem freien Markt gab es kaum noch Ware. Trotz aller Vorstösse und gut gemeinten Projekten verbesserte sich die Lage bis 2035 kaum, höhere Ausgaben für den Transport und die Sicherheit, sowie dem riesigen Verwaltungsapparat.

Patienten starben reihenweise an nicht lieferbarer, oder gepanschter Medizin. Die Produzenten waren zwar fein raus, aber mit der Situation alles andere als Glücklich. Tote sind schlechte Kunden, auch Fehlgeburten häuften sich und so musste die Mühle der Migration wieder angeworfen werden. Deutschland ist uninteressant geworden, zu diesem Zeitpunkt gibt es mehr Zuzug als Abzug.

Lesen sie im 3. Teil die unvorhersehbare Entwicklung und mögliche Lösungen für die vielen Probleme.

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